schreibt man, wie gesagt wird, und also auch Herr sokrates, am Welttag des Buches, der sinnigerweise auf den Todestag von Herrn Shakespeare fällt, etwas über Bücher oder doch zumindest über ein Buch, was Herrn sokrates insoferne leicht fällt, als er heute, gar nicht eingedenk des Welttages des Buches - gestern, wenn ich nicht irre, war übrigens Welttag der Erde - sondern einfach weil es sich so ergab, ein gerade erschienenes, nun nicht mal Buch, sondern Büchlein aus dem Suhrkamp Verlag erwarb, auf dessen Vorderseite ein den mit Thomas Bernhard Vertrauten durchaus bekanntes Foto von Thomas Bernhard zu sehen war nebst einem kurzen, aber umso einprägsameren Titel "Naturgemäß", jenes Wort also, das, wie jeder Leser der Bernhard'schen Werke und also auch Herr sokrates bestätigen kann, ein, um mit Peter Handke zu sprechen, "sozusagen naturgemäß" "Grundwort" in dessen literarischem Schaffen ist.
Ich kann ihnen dieses kleine Büchlein einer ganzen Reihe ("Naturgemäß", "Die Ehehölle", "Ich bin ein Geschichtenzerstörer", "Meine Übertreibungskunst", "Die Ursache bin ich"), alle zum wohlfeilen Preis von Euro 6,20, alle exakt 100 Seiten stark und selbstverständlich, wenn nicht nachgerade naturgemäß im Suhrkamp-Verlag erschienen, nur anempfehlen und zwar egal, ob sie Bernhard-Neuling oder langjähriger -Verehrer, wie auch Herr sokrates einer ist, sind. Den mit Thomas Bernhards Werk noch nicht so Vertrauten sei mit auf den Weg gegeben, dass die langen, verschachtelten Sätze, derer sich Thomas Bernhard bedient, so wie sein "Grundwort" (Peter Handke) und seine Übertreibung liebens-, ja mehr noch bewundernswerte Stilmittel sind, die sie bald zu schätzen wissen werden und die wohl dem Literaten und Menschen Thomas Bernhard innwohnten wie keinem Zweiten, der mir bekannt ist, sagt Bernhard doch: "Wer am Ziel ist ist todunglücklich."
sokrates2005 - 23. April, 19:57
Na endlich, wenn wir den zahlreichen Medienberichten der letzten Tage glauben können, haben wir jetzt eine originäre Wiener Jugendkultur: die
Krocha, FiiX oIdA!
Im blog von
Commandantina Dusilova findet der werte Leser, die werte Leserin einen reich illustrierten
Krocha zum Kennenlernen - sollte er ihnen nicht sowieso schon über den Weg gelaufen sein.
Nach Studium des Commandantina-blogs und eventuell noch des entsprechenden Falter-Artikels (Link bei Commandantina Dusilova) können sich nun auch qualifiziert über die schon kursierenden
Krocha-Witze lachen, von denen ich hier beispielhaft einen zum Besten(?) geben möchte:
Ein
Krocha fällt in den Nil, zwei Krokodile kommen auf ihn zugeschwommen, worauf der
Krocha begeistert ausruft: "Na bam, Oida, La Coste-Rettungsboote!"
sokrates2005 - 8. April, 18:59

Hunde Reittiere sind?
sokrates2005 - 30. März, 22:10
sokrates2005 - 20. März, 09:28
Seit dem 10. März 2007 ist schon wieder ein Jahr vergangen!
Das muss man sich mal vorstellen ...
sokrates2005 - 10. März, 10:32
KFZ-Privatanzeigen entpuppen sich als Fundgrube neuer deutscher Rechtschreibung. Hier ein paar Kostproben:
Jeep Grand Cherokee 4,0 Limited Offroad Softtop - GLW 1996, 200000 km., € 1,-
sehr gute ausschtatung mit neue winterreifen. Vor 4 monate di auto hat 3000 euro reparatur gehabt. So eine auto mit so eine preis gibtes nicht. Preis 4700
Vor allem die preisliche Bandbreite von € 1.- bis zu € 4.700,- lässt spannenden Verhandlungen Raum.
Renault R 19 Chamade TRE Limousine/ Sedan 1990, 10000 km., € 450,-
das auto ist sehr schömn und gepflegt
motorisch getriebe einwandfrei
1 besitz mit hundertausen kilommetrer
ein anfänger auto sehr leicht zu fahren
fix preis 450 eur kein was ist aber letzter preis
das auto abzugeben wegen famillie zuwachses
danke 24 stunden ereichbar
Für diesen Text zeichnet wohl kein migrantischer Hintergrund, sondern einfach die hohe Anzahl an Fehlstunden im Deutschunterricht verantwortlich. Auch das Verhandeln dürfte eher langweilig und zäh werden.
Fiat Uno 1,0 S i.e. Fire Limousine/Sedan 1990, 120000 km., € 699,-
auto ist fol fahbereit 33 kw garage auto pick bis ´09-08+4 mon wr, sr wenig verbraucht,wenig versicherung.
Der Autor dieses Textes ist zwar kurz angebunden, aber nichts desto weniger ein Meister der hohen Fehlerfrequenz. Der Korrekturstiftverbrauch an seiner Schule muss signifikant über dem Durchschnitt gelegen haben.
Ford Mondeo 1,8-TURBO-DIESEL Kombi - PKW 1999, 220000 km., € 230,-
DAS AUTO IST IM GUTEM ZUSTAND ERST--BESIC ROST--FREI SOMMERREIFEN UND WINTERREIFEN 1A ZUSTAND PREIS 2300 euro
Der Verfasser dieser Zeilen dürfte in seinem eifrigen Streben nach Mittelmäßigkeit in Deutsch und Mathematik nur knapp gescheitert sein, wenn auch an so Kleinigkeiten wie "Besic" für "Besitz" und der einen oder anderen fehlenden Null.
Renault R5 40/A Kombi - PKW 1988, 170000 km., € 550,-
Ich verkaufe schweren Herzens meinen geliebten R5. Er ist zur Zeit in Gebrauch und hat ein neues ÖAMTC Pickerl (bis Juni 2008 + 4 Monate). Im letzten halben Jahr habe ich einiges erneuert, so dass der R5 in einem, für sein Alter, gutem Zustand ist.
Die Sommerreifen sind in gutem Zustand. Die Winterreifen jedoch eher schlecht. Der R5 verfügt über elektrische Fensterheber, jedoch ist der Fensterheber auf der Beifahrerseite defekt. Rost ist dem Alter entsprechend.
Insgesamt ist mein R5 ein ideales Stadtauto.
Mit diesem grandiosen Epos wollen wir nun enden. Möge er den Verkäufern gebrauchter Kraftfahrzeuge als leuchtendes Beispiel dienen.
Ich überlege schon, den Verantwortlichen dieses opulenten Werkes zu kontaktieren, um ihm den Kaufpreis quasi als Zeilenhonorar zu erstatten, vorausgesetzt, er hatte keinen Ghostwriter.
Ich müsste allerdings noch klären, wo ich den Blechkübel unterbringe. Verfügen sie eventuell über ungenutzte private Stellflächen oder eine Schrottpresse, die Futter braucht?
sokrates2005 - 16. Februar, 21:56
die mich zur Schließung meiner Bildungslücke bezüglich des Bluntschli animiert haben.
Der Bluntschli
Georg Kreisler
Drüben beim Herrn Wachtel
steht a große Schachtel,
und ich bin so neugierig:
Was könnt da drinnen sein?
Eines Tages geht er,
zurück kommt er erst später -
da sag ich: Na, jetzt ist's Zeit
und schleich mich zu ihm rein.
Wie ich die Schachtel pack',
trifft mich fast der Schlag:
In der Schachtel liegt a Bluntschli
und a Birne und a Knopf.
Zu was der Mann an Bluntschli braucht,
das geht mir nicht in'n Kopf.
Eine Birne kann man essen.
Einen Knopf, den kann man näh'n.
Von a Bluntschli hat man gar nix,
drum kann ich's nicht verstehn.
Und wie ich näher hinschau,
was glaub'n 'S, was ich entdeck?
A blauer Bleistiftspitzer
liegt hinterm Knopf im Eck!
Der Knopf liegt neb'n dem Bluntschli,
der Bluntschli neb'n der Birn' -
das kann ich nicht begreifen.
Das geht mir nicht in's Hirn.
Bei sowas wird mir schwindlich,
da bin ich empfindlich,
das ist mir unergründlich,
das wird noch a Skandal!
A Bluntschli ist gefährlich,
beschwerlich, entbehrlich,
drum ist's mir unerklärlich:
Der Wachtel ist nicht normal!
A Bluntschli und a Spitzer
und a Knopf und eine Birn' -
zu was braucht der den Bluntschli;
das werd ich nie kapiern.
Ich sitz grad im Gasthaus
bei a Glas Wein und rast aus,
plötzlich schau ich auf und seh
den Wachtel vor der Tür.
G'schwind ruf ich: Herr Wachtel,
trinken'S auch a Achtel.
Ich werd's zahl'n und Sie erklärn
den Bluntschli mir dafür!
Der Wachtel sagt: Sehr gern,
ich werd' Ihnen erklärn:
In der Schachtel liegt a Bluntschli,
das wissen Sie genau;
a Knopf, a Birn', a Spitzer,
der letztere ist blau.
Sehn'S: Diesen Spitzer nehm ich,
und ich steck ihn mir ins Ohr.
Dann nehm ich noch den Knopf zur Hand
und halt ihn hoch empor.
Und jetzt: Mit meiner Linken
ergreife ich die Birn'.
Mit Stengel schön nach unten
halt ich sie an die Stirn.
Na, jetzt sind meine Händ' voll,
jetzt werden Sie verstehn:
Wenn ich jetzt noch die Augen schließ,
kann ich den Bluntschli gar nicht sehn.
Na, das ist doch verständlich,
ob weiblich, ob männlich.
Der Bluntschli hat nun endlich
ein' tiefsinnigen Zweck!
Der Spitzer gibt Ruh,
und der Knopf sagt nicht Muh,
und die Augen, die sind zu,
und der Bluntschli ist weg.
Desweg'n brauch ich den Spitzer,
die Birne und den Knopf,
und werf sie mit dem Bluntschli
zusamm' in einen Topf.
Drauf sag ich: Herr Wachtel,
trinken'S noch a Achtel.
Trinken Sie es langsam,
doch erklären Sie mir schnell:
Ich begreif die Birne
(selbst an Ihrer Stirne),
auch der Spitzer und der Knopf
sind ganz konventionell.
Der Bluntschli ist der Witz!
Was glaub'n 'S, weshalb ich schwitz:
Schaun Sie:
In der Schachtel liegt a Bluntschli
und a Birne und a Knopf
und a blauer Bleistiftspitzer,
soviel geht mir in' Kopf.
Ich frag Sie weg'n dem Bluntschli;
dieser Bluntschli ist a Qual...
Die ganzen andern Sachen
sind nützlich und egal.
Darauf sagt der Herr Wachtel:
Na, was sag'n Sie das nicht gleich?
Der Bluntschli ist das wichtigste!
Der Bluntschli macht mich reich!
Ja, ohne diesen Bluntschli
wär ich ein andrer Mann;
denn wenn ich nicht den Bluntschli hätt -
wer schauet mich schon an?...
Da wär ich der Herr Wachtel,
na, der hatt eine Schachtel
und trinkt a mal a Achtel.
Ansonsten ist er fad.
Mit Bluntschli in der Schachtel
bin ich der Herr Wachtel!
Und trinke ich ein Achtel,
so ist es eine Gnad!
Ja: früher war das anders.
Ka Mensch hat mich gekannt;
aber jetzt hab ich an Bluntschli,
drum bin ich interessant.
Der eine sagt's dem andern.
Es red't sich um und um:
Der Wachtel hat an Bluntschli.
Der Wachtel hat an Bluntschli.
Sie, der Wachtel hat an Bluntschli;
und Sie frag'n mich, warum...
sokrates2005 - 13. Februar, 18:53